Grundlagen

Wissenschaft und Forschung

  • Kindliche Entwicklung: Remo H. Largo (Kinderarzt und Wissenschaftler geb. 1943, Schweiz) – Buchempfehlungen: Babyjahre, Kinderjahre

Die Herausforderung der heutigen Zeit in Erziehung und Pädagogik ist die Individualität des Kindes, die es zu berücksichtigen und zu bewahren gilt.

Das Kind ist aktiv, und es entwickelt sich aus sich heraus. Aber das Kind ist zugleich selektiv. Es sucht bestimmte Erfahrungen und ist nicht für alles zugänglich. „Seine Neigungen und Interessen richten sich nach seinem Entwicklungsstand. Das Kind ist kein Gefäß, das sich mit beliebigem Inhalt bzw. Erfahrungen füllen lässt“ (Kinderjahre, 11.Aufl., 2006, S. 91).

  • Entwicklung des Selbst: Daniel N. Stern (Kinderpsychoanalytiker, Experte in der Säuglingsforschung, 1934-2012, USA) – Buchempfehlung: Tagebuch eines Babys
  • Der Mensch ist ein soziales Wesen. (Individualpsychologie nach Alfred Adler und Rudolf Dreikurs)

Zufriedenheit, Glück, Erfolg und Gesundheit eines Menschen hängen wesentlich vom Gelingen der sozialen Beziehungen ab. Die Basis dafür wird in der Kindheit gelegt.

  • Kind als Subjekt, „Pädagogik der Achtung“ – Janusz Korczak (poln. Arzt und Pädagoge1878-1942)
  • Systemtheorie: Virgina Satir (USA 1916-1988) – Buchempfehlung: Kommunikation – Selbstwert – Kongruenz

Der Ursprung jeder menschlichen Entwicklung liegt in der Familie. Wenn Kinder ein starkes Selbstwertgefühl entwickeln können, haben sie ein festes Fundament, von dem aus sie ihr Leben gestalten können.

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Beziehung.“ – Virginia Satir

  • Bindungstheorie: John Bowlby (engl. Arzt und Psychoanalytiker 1907-1990) und Mary Ainsworth (kanadischen Psychologin 1913-1999)

Kinder haben das Bedürfnis nach einer guten und zuverlässigen Bindung, und dessen Befriedigung ist von existentieller Bedeutung für eine gelingende und gesunde Entfaltung auch im späteren Leben.

  • Dialogische Erziehung nach dem dialogischen Prinzip siehe Martin Buber (österreichisch-israelischer jüdischer Religionsphilosoph 1878-1965) und David Bohm (US-amerikanischer Quantenphysiker und Philosoph 1917-1992)

Die Anerkennung des Kindes als vollwertigen Menschen und gleichwertigen Gesprächspartner sind die wesentlichen Merkmale dieses Prinzips.

  • Ressourcenorientierte Ansatz der personenzentrierten Psychologie nach Carl Rogers (USA 1902-1987) und Thomas Gordon (USA 1918-2002)
  • Erkenntnisse aus Gestalt-Familientherapie nach Fritz Perls (D/USA 1893-1970) und der erlebnisaktivierenden Familientherapie nach Walter Kempler (USA 1923-2007)
  • Kinder sind von Geburt an sozial und emotional ebenso kompetent wie ein Erwachsener.  Kinder kooperieren mit ihren Eltern. Ihr Verhalten hat immer einen Sinn. Buchempfehlungen: Dein kompetentes Kind, Die kompetente Familie (Jesper Juul)
  • Erkenntnisse der Hirnforschung: Daniel J. Siegel – Professor für Psychiatrie an der School of Medicine der Universität von Kalifornien in Los Angeles und Direktor des Mindsight Institute, Gerald Hüther – Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen
  • UN-Kinderrechtskonvention 20. November 1989, Österreich hat das Übereinkommen am 6. August 1992 ratifiziert (kundgemacht im BGBl. 1993/7), Paragraph 146a des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches: Die Anwendung von Gewalt und die Zufügung körperlichen oder seelischen Leides in der Kindererziehung sind unzulässig.

Mädchen mit Löwenzahn